Vorausschauende Pflegeplanung: das Gespräch

Inhaltsverzeichnis
Eine 74-jährige Frau mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz kommt mit ihrer Tochter zur Routineuntersuchung. Im vergangenen Jahr wurde sie bereits dreimal stationär behandelt. Der Arzt passt die Medikamente an, ordnet Untersuchungen an und fragt am Ende, ob sie schon darüber nachgedacht hat, was sie sich wünschen würde, falls es ihr deutlich schlechter geht. Sie schaut ihre Tochter an, die Tochter schaut auf den Boden, und das Gespräch endet dort. Bei der nächsten stationären Aufnahme, intubiert auf der Intensivstation, weiß niemand, was sie gewählt hätte.
Die vorausschauende Behandlungsplanung gibt es, damit dieses Gespräch vor der Krise stattfindet, in Ruhe, und damit jemand weiß, was zu sagen ist, wenn die Patientin nicht mehr sprechen kann. Dieser Text fasst zusammen, was vorausschauende Behandlungsplanung ist, was klinische Studien über ihre Wirkungen zeigen, wo die Evidenz schwach ist und wie das Gespräch in der Praxis geführt wird.
Wichtigste Punkte
- Vorausschauende Behandlungsplanung ist ein fortlaufender Prozess des Gesprächs über Werte, Ziele und Präferenzen und nicht nur ein Formular.
- Klinische Studien zeigen durchgängig eine Zunahme der Dokumentation von Präferenzen und der Benennung eines Vertreters.
- Die Wirkung auf die Übereinstimmung zwischen der erhaltenen und der gewünschten Versorgung ist weniger klar.
- Angehörige von Patienten, die die Planung durchgeführt haben, haben tendenziell weniger Stress, Angst und Depression.
- Das Gespräch beginnt bei den Werten und Lebenszielen und kommt erst danach zu konkreten Behandlungen.
Was vorausschauende Behandlungsplanung ist
Im Jahr 2017 gelangte ein Gremium aus 52 Klinikern, Forschern und Verantwortlichen aus 4 Ländern mit Unterstützung eines Ausschusses aus Patienten und Vertretern nach 10 Runden der Delphi-Methode zu einer Konsensdefinition (Sudore und Mitarbeiter, 2017). Nach dieser Definition ist vorausschauende Behandlungsplanung ein Prozess, der Erwachsene jeden Alters und Gesundheitszustands dabei unterstützt, ihre persönlichen Werte, Lebensziele und Präferenzen zur künftigen medizinischen Versorgung zu verstehen und mitzuteilen (Sudore und Mitarbeiter, 2017). Ziel ist es, dazu beizutragen, dass Menschen bei schweren und chronischen Erkrankungen eine Versorgung erhalten, die mit ihren Werten, Zielen und Präferenzen übereinstimmt (Sudore und Mitarbeiter, 2017).
Drei Entscheidungen des Gremiums helfen, den Ansatz zu verstehen. Die erste war, die Planung als fortlaufenden Prozess zu behandeln und nicht als einmaliges Ereignis, weil sich die Situation des Patienten ändert und die Präferenzen mit der Zeit spezifischer werden können (Sudore und Mitarbeiter, 2017). Die zweite war, von "Vertrauensperson oder Vertrauenspersonen" zu sprechen, ein Begriff, der gesetzliche Vertreter, Angehörige und Freunde umfasst und diejenigen respektiert, die jemanden ohne verwandtschaftliche Bindung wählen (Sudore und Mitarbeiter, 2017). Die dritte war anzuerkennen, dass in vielen Kulturen die Einbeziehung der Familie wesentlich ist und dass die Erörterung der Wünsche mit dem Vertreter und der Familie Konflikte vermeiden kann (Sudore und Mitarbeiter, 2017).
Die Planung stützt sich auf einige Instrumente. Agarwal und Epstein beschreiben die Vorsorgevollmacht für Gesundheitsfragen, die einen Vertreter benennt, und die Patientenverfügung, die üblicherweise Präferenzen zu kardiopulmonaler Reanimation, mechanischer Beatmung und manchmal zu künstlicher Flüssigkeitszufuhr und Ernährung behandelt (Agarwal und Epstein, 2018). Es gibt auch Formulare, die Präferenzen in umsetzbare ärztliche Anordnungen übertragen, wie das POLST, das den Patienten zwischen Versorgungseinrichtungen begleitet (Agarwal und Epstein, 2018). Die Bezeichnungen und Regeln unterscheiden sich je nach Rechtsordnung, aber die Logik ist dieselbe: die Entscheidungen und die Person, die für den Patienten spricht, festzuhalten.

Warum das Gespräch wichtig ist
Viele Patienten müssen Entscheidungen genau dann treffen, wenn sie dazu nicht mehr in der Lage sind. Agarwal und Epstein zitieren eine Studie von Silveira und Mitarbeitern auf Basis der Daten des Health and Retirement Study, die genau das zeigte (Agarwal und Epstein, 2018). In derselben Studie erhielten diejenigen, die vorausverfügungen oder einen benannten Bevollmächtigten hatten, eine Versorgung, die mit ihren Präferenzen übereinstimmte (Agarwal und Epstein, 2018). Unter den Patienten mit Verfügungen wollten 92,7 von 100 eine begrenzte Versorgung, gegenüber 1,9 von 100, die die maximal mögliche Versorgung wollten (Agarwal und Epstein, 2018).
Bei Patienten mit Krebs geht die vorausschauende Planung mit weniger Chemotherapie in den letzten Lebenswochen, weniger Krankenhausaufenthalten und mehr Hospiznutzung einher (Agarwal und Epstein, 2018). Das Gespräch sollte laut den Autoren mit der Dokumentation der Wünsche, Überzeugungen und Werte des Patienten enden (Agarwal und Epstein, 2018).
Das Gespräch schützt auch die Angehörigen. In der Studie von Kunzler und Mitarbeitern ergaben 120 Interviews mit Stellvertretern von Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung fünf Themen (Kunzler und Mitarbeiter, 2023). Schriftliche Verfügungen erhöhten das Vertrauen, dass die Entscheidungen mit den Wünschen des Patienten übereinstimmten, dienten als Erinnerung an frühere Gespräche und brachten Klarheit in Momenten familiärer Konflikte (Kunzler und Mitarbeiter, 2023). Wiederholte Gespräche halfen bei den Entscheidungen des Moments, und die Gespräche ließen die Stellvertreter sich besser vorbereitet fühlen (Kunzler und Mitarbeiter, 2023). Zugleich empfanden einige, dass es "keine Wahl" bei der Versorgung gab, und Reue und Zweifel waren die häufigsten negativen Gefühle (Kunzler und Mitarbeiter, 2023).
Was die klinischen Studien zeigen
Die Studie von Detering und Mitarbeitern in Australien ist eine der meistzitierten. Eingeschlossen wurden 309 stationäre Patienten ab 80 Jahren, die rechtlich einwilligungsfähig waren und sechs Monate oder bis zum Tod begleitet wurden (Detering und Mitarbeiter, 2010). Von den 154 für die Planung ausgelosten Patienten erhielten 125, also 81 von 100, die Intervention (Detering und Mitarbeiter, 2010). Unter den 56 Patienten, die innerhalb von sechs Monaten starben, waren die Wünsche zum Lebensende in der Interventionsgruppe bei 25 von 29 bekannt und wurden befolgt, also 86 von 100, gegenüber 8 von 27 in der Kontrollgruppe, also 30 von 100 (Detering und Mitarbeiter, 2010). Die Angehörigen der verstorbenen Patienten der Interventionsgruppe hatten weniger Stress, mit 5 betroffenen Angehörigen gegenüber 15, weniger Angst, mit 0 gegenüber 3, und weniger Depression, mit 0 gegenüber 5 (Detering und Mitarbeiter, 2010).
In der Primärversorgung randomisierten Gabbard und Mitarbeiter 759 vulnerable ältere Menschen mit einem Durchschnittsalter von 77,7 Jahren entweder zu einem von einer Navigator-Pflegekraft geführten Weg mit Unterstützung durch die elektronische Patientenakte oder zur üblichen Versorgung (Gabbard und Mitarbeiter, 2021). Die Dokumentation eines neuen Planungsgesprächs lag bei 42,2 von 100 gegenüber 3,7 von 100 (Gabbard und Mitarbeiter, 2021). Die Benennung eines Stellvertreters lag bei 64 gegenüber 35 von 100, und das Ausfüllen rechtlicher Dokumente bei 24,3 gegenüber 10,0 von 100 (Gabbard und Mitarbeiter, 2021). Das Formular für ärztliche Anordnungen zum Umfang der Behandlung wurde bei 10,3 gegenüber 1,1 von 100 ausgefüllt, und die Abrechnungscodes für die Planung wurden bei 25,3 gegenüber 1,3 von 100 verwendet (Gabbard und Mitarbeiter, 2021). Die Besuche in der Notaufnahme und die Krankenhausaufenthalte waren zwischen den Gruppen ähnlich, mit einem Risikoverhältnis von 1,17 (Gabbard und Mitarbeiter, 2021). Die Studie zeigt, dass ein organisiertes Team das Gespräch in den Alltag bringen kann, beantwortet aber nicht, ob es die Versorgung am Lebensende verändert.
In der ambulanten Onkologie untersuchten Volandes und Mitarbeiter 13800 Patienten ab 65 Jahren mit fortgeschrittenem Krebs in 29 Praxen und verglichen eine Interventionsphase mit einer Phase der üblichen Versorgung (Volandes und Mitarbeiter, 2025). Die Intervention kombinierte Entscheidungshilfevideos in 25 Sprachen mit einer Schulung der Onkologen für Gespräche über Versorgungsziele (Volandes und Mitarbeiter, 2025). Die Rate dokumentierter Planung lag in der Interventionsphase bei 25,3 pro 100 gegenüber 20,8 pro 100 bei üblicher Versorgung, mit einer adjustierten Differenz von 6,8 Punkten (Volandes und Mitarbeiter, 2025). Dokumentierte Gespräche über Versorgungsziele lagen bei 21,4 gegenüber 16,8 pro 100 (Volandes und Mitarbeiter, 2025). Die Raten für Überweisungen an die Palliativversorgung waren nahezu gleich, 9,6 gegenüber 9,5 pro 100, und die für die Begrenzung lebenserhaltender Maßnahmen lagen bei 7,2 gegenüber 8,4 pro 100 (Volandes und Mitarbeiter, 2025). Der Gewinn kam also vor allem aus den Gesprächen über Versorgungsziele.
Die Tabelle fasst die wichtigsten zitierten Studien zusammen.
| Studie | Teilnehmer | Intervention | Wichtigstes Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Detering, Australien | 309 stationäre Patienten ab 80 Jahren (Detering und Mitarbeiter, 2010) | Unterstützte Planung | Wünsche bekannt und befolgt bei 86 gegenüber 30 pro 100 (Detering und Mitarbeiter, 2010) |
| Gabbard, Primärversorgung | 759 ältere Menschen (Gabbard und Mitarbeiter, 2021) | Navigationspflegekraft und Patientenakte | Dokumentation bei 42,2 gegenüber 3,7 pro 100 (Gabbard und Mitarbeiter, 2021) |
| Volandes, Onkologie | 13800 Patienten in 29 Praxen (Volandes und Mitarbeiter, 2025) | Videos und Schulung der Kliniker | Dokumentation bei 25,3 gegenüber 20,8 pro 100 (Volandes und Mitarbeiter, 2025) |
| Wolff, Primärversorgung | 1181 Gespräche mit Moderatoren (Wolff und Mitarbeiter, 2025) | Moderatoren und aktive Kontaktaufnahme | Dokumentation bei 12,0 gegenüber 6,6 pro 100 (Wolff und Mitarbeiter, 2025) |
| Bernacki, Onkologie | 91 Kliniker und 278 Patienten (Bernacki und Mitarbeiter, 2019) | Gesprächsleitfaden und Schulung | Koprimäre Endpunkte ohne Unterschied; weniger Angst (Bernacki und Mitarbeiter, 2019) |
Wo die Evidenz schwächer ist
Die Studien zeigen durchgängig, dass Planung die Dokumentation erhöht. Was danach geschieht, ist weniger klar. Die SHARING-Choices-Studie von Wolff und Mitarbeitern randomisierte Hausarztpraxen: 19 in der Interventionsgruppe und 32 in der Kontrollgruppe, mit 22949 bzw. 41966 Patienten (Wolff und Mitarbeiter, 2025). Moderatoren unternahmen 17931 Kontaktversuche, 13963 per Telefon und 3968 über das Patientenportal, und 1181 Patienten nahmen an Gesprächen teil (Wolff und Mitarbeiter, 2025). Trotz großer Anstrengungen bei der aktiven Kontaktaufnahme erreichte also nur ein kleiner Teil der Patienten tatsächlich das Gespräch. Neue Wünsche für das Lebensende wurden bei 12,0 pro 100 in der Interventionsgruppe dokumentiert gegenüber 6,6 pro 100 in der Kontrollgruppe, mit einer adjustierten Odds Ratio von 2,15 (Wolff und Mitarbeiter, 2025). Der Effekt war geringer bei schwarzen Patienten, bei Patienten ab 75 Jahren und bei Demenz (Wolff und Mitarbeiter, 2025).
Der unerwartete Befund zeigte sich bei den Verstorbenen. Unter 1498 verstorbenen Patienten mit Wohnsitz in Maryland war potenziell belastende Versorgung am Lebensende in der Interventionsgruppe häufiger, 28,8 gegenüber 20,9 pro 100, mit einer adjustierten Odds Ratio von 1,40 (Wolff und Mitarbeiter, 2025). Die Autoren schließen, dass die Intervention die Dokumentation erhöhte, aber auch mit mehr belastender Versorgung verbunden war (Wolff und Mitarbeiter, 2025). Das Ergebnis bedeutet nicht, dass Gespräche schaden, es zeigt aber, dass das Festhalten von Wünschen nicht ausreicht, um die Versorgung am Lebensende zu verändern.
Das Serious Illness Care Program, getestet von Bernacki und Mitarbeitern in der ambulanten Onkologie, zeigt eine weitere Grenze. Es nahmen 91 Kliniker und 278 Patienten teil (Bernacki und Mitarbeiter, 2019). Das Training wurde von 97,9 von 100 Klinikern als wirksam bewertet, und 34 von 39, die eine Erinnerung erhielten, führten mindestens ein Gespräch, mit einer medianen Dauer von 19 Minuten, schwankend zwischen 5 und 70 (Bernacki und Mitarbeiter, 2019). Die koprimären Endpunkte, bewertet bei 64 Patienten, unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen (Bernacki und Mitarbeiter, 2019). Dennoch war der Anteil der Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Angst in der Interventionsgruppe niedriger, 5,0 gegen 10,2 von 100 nach 14 Wochen und 4,2 gegen 10,4 von 100 nach 24 Wochen (Bernacki und Mitarbeiter, 2019). Auch die Depression ging nach 14 Wochen zurück, 10,6 gegen 20,8 von 100, aber der Unterschied hielt nach 24 Wochen nicht an, 12,5 gegen 17,8 von 100 (Bernacki und Mitarbeiter, 2019).

Die systematischen Übersichten bestätigen dieses Bild. Bei Herzinsuffizienz umfasste die Cochrane-Übersicht von Nishikawa und Mitarbeitern 9 Studien mit 1242 Teilnehmern und 426 Vertretern (Nishikawa und Mitarbeiter, 2020). Die Dokumentation der Gespräche durch das Team konnte zunehmen, mit einem relativen Risiko von 1,68, was einem Anstieg von 489 auf 822 pro 1000 Teilnehmer entspricht (Nishikawa und Mitarbeiter, 2020). Drei Studien zeigten eine Besserung der Depression, mit einer standardisierten mittleren Differenz von minus 0,58 (Nishikawa und Mitarbeiter, 2020). Die Wirkung auf die Übereinstimmung zwischen Präferenzen und Versorgung am Lebensende war ungewiss, mit einem relativen Risiko von 1,19 auf Basis einer einzigen kleinen Studie (Nishikawa und Mitarbeiter, 2020). Die Übersicht beobachtete zudem eine höhere Gesamtmortalität in der Planungsgruppe, mit einem relativen Risiko von 1,32 bei 795 Teilnehmern aus 5 Studien, und die Qualität der Evidenz war niedrig bis sehr niedrig (Nishikawa und Mitarbeiter, 2020).
Bei der Hämodialyse fand die Cochrane-Übersicht von Lim und Mitarbeitern nur 2 Studien mit 337 Teilnehmern, und keine davon berichtete für die Übersicht relevante Endpunkte (Lim und Mitarbeiter, 2016). Fehlende Evidenz ist keine Evidenz für fehlende Wirkung, zeigt aber, wie viel bei Gruppen mit fortgeschrittener chronischer Erkrankung noch zu untersuchen bleibt.
Die Scoping-Übersicht von McMahan und Mitarbeitern hilft, das Bild zu ordnen. In 69 Studien lag der Anteil positiver primärer Endpunkte bei 75 von 100 für schriftliches Material, 69 für Multimediaprogramme, 67 für moderierte Gespräche, 59 für Videos und 57 für das Training von Klinikern (McMahan und Mitarbeiter, 2021). Insgesamt waren 72 von 100 der Prozessendpunkte und 86 von 100 der Handlungsendpunkte positiv (McMahan und Mitarbeiter, 2021). Bei der Qualität der Versorgung waren 88 von 100 der Endpunkte zur Übereinstimmung zwischen Patient, Vertreter und Kliniker und 100 von 100 der Endpunkte zur Zufriedenheit mit der Kommunikation positiv, nicht aber die zur Übereinstimmung mit den Zielen (McMahan und Mitarbeiter, 2021). Bei den Gesundheitsendpunkten waren alle zur Verringerung des Leidens von Vertretern und Klinikern positiv, nicht aber die zur Lebensqualität des Patienten (McMahan und Mitarbeiter, 2021).
Vorausplanung bei Demenz
Die Demenz bringt eine eigene Herausforderung mit sich, weil die Fähigkeit zur Teilnahme mit der Zeit abnimmt. Eine Delphi-Studie mit 107 Fachleuten aus 33 Ländern, durchgeführt von der Europäischen Gesellschaft für Palliativmedizin, definierte die vorausschauende Planung bei Demenz als einen Kommunikationsprozess, der an die Fähigkeit der Person angepasst ist, die Familie einbezieht, sofern vorhanden, und mit ihr fortgeführt wird (van der Steen und Mitarbeiter, 2024). Die Fachleute hoben drei miteinander verbundene Fragen hervor, die Aufmerksamkeit verdienen: Fähigkeit, Familie sowie Engagement und Kommunikation (van der Steen und Mitarbeiter, 2024).
In der Praxis bedeutet das, früh zu beginnen, wenn die Person noch Werte ausdrücken und wählen kann, wer sie vertreten wird, und das Gespräch mit der Familie fortzuführen, während die Krankheit fortschreitet. Die Einschätzung des Krankheitsverlaufs, Aufgabe des prognostischen Denkens, hilft, diesen Zeitpunkt zu wählen.
Wie das Gespräch zu führen ist
Die Planung, so das Konsenspapier von Sudore und Mitarbeitern, geht von den Lebenszielen und Werten aus und übersetzt sie erst danach in Behandlungswünsche (Sudore und Mitarbeiter, 2017). In der Praxis hat ein möglicher Leitfaden fünf Schritte: Die Geschichte der Person zu hören, wie es die narrative Medizin vorschlägt, ist ein guter Ausgangspunkt.
- Vorbereiten: einen Moment ohne Eile wählen, eine Vertrauensperson einladen und fragen, ob der Patient über das Thema sprechen möchte.
- Verstehen: fragen, was der Patient über seine eigene Krankheit weiß und was er für die Zukunft erwartet. Die Grundsätze zu wie man die Prognose mitteilt helfen, Erwartungen zu korrigieren.
- Werte erkunden: fragen, was ihm am wichtigsten ist, was ihn beunruhigt, was für ihn nicht akzeptabel wäre und woraus er Kraft schöpft. Die Hinweise, die der Patient gibt, helfen, diesen Teil zu vertiefen.
- Übersetzen: besprechen, wie diese Werte auf konkrete Situationen zutreffen, etwa Aufnahme auf die Intensivstation, mechanische Beatmung oder Reanimation.
- Dokumentieren und überprüfen: die Wünsche und den Vertreter in der Patientenakte festhalten und vereinbaren, wann das Thema wieder aufgegriffen wird. Es lohnt sich, so zu schreiben, dass ein anderer Behandler es versteht, wie in wie man die Beurteilung schreibt.
Schulung macht einen Unterschied. In der Studie von Bernacki und Mitarbeitern erhielten die Behandler eine 2,5-stündige Schulung zum Gesprächsleitfaden über schwere Krankheit, und fast alle hielten sie für wirksam (Bernacki und Mitarbeiter, 2019). In der Studie von Volandes und Mitarbeitern wurde die Schulung der Onkologen mit Videos für die Patienten kombiniert, was erlaubt, einen Teil der Informationen zu standardisieren und Zeit für das Gespräch über Werte zu gewinnen (Volandes und Mitarbeiter, 2025).
Gespräche über das Lebensende teilen viele Grundsätze mit der Übermittlung schlechter Nachrichten, und das SPIKES-Protokoll bietet eine nützliche Struktur für die schwierigsten Momente. Das Gespräch bringt auch prognostische Unsicherheit mit sich, und die Strategien zum Umgang mit diagnostischer Unsicherheit helfen zu erklären, was man weiß und was man nicht weiß, ohne zu versprechen, was man nicht halten kann.

Häufige Fallstricke
Der erste Fallstrick ist, die Planung auf ein Formular zu reduzieren. Das Konsenspapier betonte, dass es sich um einen fortlaufenden Prozess handelt, der sich mit der Gesundheit des Patienten ändert (Sudore und Mitarbeiter, 2017). Ein vor Jahren unterschriebenes Dokument ohne Überprüfung spiegelt möglicherweise nicht wider, was der Patient heute möchte.
Der zweite ist, den Vertreter zu vergessen. In der Studie von Gabbard und Mitarbeitern verdoppelte sich die Benennung eines Vertreters durch die Intervention fast (Gabbard und Mitarbeiter, 2021). Und in den Interviews von Kunzler und Mitarbeitern halfen die vorherigen Gespräche den Vertretern, sich besser vorbereitet und sicherer zu fühlen (Kunzler und Mitarbeiter, 2023).
Der dritte ist, den Erfolg allein an der Dokumentation zu messen. Die Ergebnisse von Wolff und der Cochrane-Übersicht bei Herzinsuffizienz zeigen, dass mehr Dokumentation keine übereinstimmende Versorgung am Lebensende garantiert (Wolff und Mitarbeiter, 2025) (Nishikawa und Mitarbeiter, 2020). Das Gespräch muss die Menschen erreichen, die im Moment der Krise Entscheidungen treffen, und die Dokumentation muss für sie zugänglich sein.
Der vierte ist, das Gespräch aufzuschieben, bis die Entscheidungsfähigkeit verloren geht. Bei Demenz und anderen fortschreitenden Krankheiten kann sich das Zeitfenster schließen, um den Patienten selbst zu hören (van der Steen und Mitarbeiter, 2024) (Agarwal und Epstein, 2018). Die Planung als Teil der klinischen Entscheidungsfindung zu betrachten, hilft, sie in die Routinevisite zu bringen und nicht erst in die Zeit vor der Intensivstation.
Häufige Fragen
Ist vorausschauende Planung dasselbe wie eine Patientenverfügung?
Nein. Die Patientenverfügung ist eines der möglichen Instrumente, neben der Vorsorgevollmacht für Gesundheitsfragen und ärztlichen Anordnungen wie POLST (Agarwal und Epstein, 2018). Die Planung ist der Gesprächsprozess, der diesen Dokumenten Sinn gibt (Sudore und Mitarbeiter, 2017).
Wann sollte man das Gespräch beginnen?
Die Konsensdefinition spricht von Erwachsenen jeden Alters und Gesundheitszustands (Sudore und Mitarbeiter, 2017). Bei Demenz lautet die Empfehlung, den Prozess an die Entscheidungsfähigkeit anzupassen, was dafür spricht, früh zu beginnen (van der Steen und Mitarbeiter, 2024).
Verändert die Planung die Versorgung am Lebensende?
In einigen Studien ja: In der Studie von Detering waren die Wünsche deutlich häufiger bekannt und wurden deutlich häufiger befolgt (Detering und Mitarbeiter, 2010). Andere Studien zeigten jedoch keine Verbesserung der Übereinstimmung und fanden sogar mehr belastende Versorgung (Wolff und Mitarbeiter, 2025) (Nishikawa und Mitarbeiter, 2020).
Profitiert die Familie?
Es gibt Hinweise darauf. Angehörige von Patienten, die die Vorausplanung durchgeführt hatten, hatten weniger Stress, Angst und Depression (Detering und Mitarbeiter, 2010), und Stellvertreter berichten, sich besser vorbereitet zu fühlen (Kunzler und Mitarbeiter, 2023).
Wer kann das Gespräch führen?
Ärzte, Pflegekräfte und geschulte Gesprächsbegleiter führten die Gespräche in den genannten Studien (Gabbard und Mitarbeiter, 2021) (Wolff und Mitarbeiter, 2025) (Bernacki und Mitarbeiter, 2019). Die Aufgabe aufzuteilen erfordert Koordination, wie im interprofessionellen klinischen Denken diskutiert wird.
Helfen Videos?
Entscheidungshilfe-Videos in Kombination mit dem Training der Kliniker erhöhten die Dokumentation in der Onkologie (Volandes und Mitarbeiter, 2025), und Video-Interventionen hatten in einem Großteil der Studien positive Ergebnisse (McMahan und Mitarbeiter, 2021).
Und wenn der Patient nicht darüber sprechen möchte?
Das Gespräch sollte angeboten, nicht aufgezwungen werden. Zu fragen, ob der Patient sprechen möchte und mit wem, ist der erste Schritt, und das Thema kann später wieder aufgegriffen werden, da die Vorausplanung ein fortlaufender Prozess ist (Sudore und Mitarbeiter, 2017). Auch das Unbehagen des Teams selbst mit dem Thema wiegt schwer, und die affektive Verzerrung zu erkennen hilft, das Gespräch nicht deswegen aufzuschieben.
Take-home messages
- Vorausplanung ist ein Prozess des Gesprächs über Werte, Ziele und Präferenzen, nicht nur ein Dokument.
- Die Intervention erhöht die Dokumentation und die Benennung eines Stellvertreters konsistent.
- Die Wirkung auf die Übereinstimmung der Versorgung am Lebensende ist ungewiss, und Dokumentieren allein genügt nicht.
- Angehörige und Stellvertreter scheinen vom vorherigen Gespräch zu profitieren.
- Beginnen Sie mit den Werten, beziehen Sie die Vertrauensperson ein und überprüfen Sie die Präferenzen im Laufe der Zeit.
Referenzen
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- Bernacki R, Paladino J, Neville BA, et al. Effect of the Serious Illness Care Program in Outpatient Oncology: A Cluster Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med. 2019. PMID 30870563.
- Detering KM, Hancock AD, Reade MC, et al. The impact of advance care planning on end of life care in elderly patients: randomised controlled trial. BMJ. 2010. PMID 20332506.
- Gabbard J, Pajewski NM, Callahan KE, et al. Effectiveness of a Nurse-Led Multidisciplinary Intervention vs Usual Care on Advance Care Planning for Vulnerable Older Adults in an Accountable Care Organization: A Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med. 2021. PMID 33427851.
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