Vom Grundlagenzyklus zur Klinik: Mechanismus und Symptom

Zahnrad an einem großen Krangreifer

Im klinischen Zyklus hört man oft, dass die Gerinnungskaskade und der Krebs-Zyklus zurückgelassen wurden und nicht gefehlt haben. Ebenso oft hört man von denen, die schon im Praktischen Jahr oder in der Facharztausbildung sind, dass ein gutes Verständnis der Physiologie am meisten hilft, wenn ein Patient schwierig ist. Beide Eindrücke enthalten ein Stück Wahrheit, und der Unterschied zwischen ihnen liegt darin, wie die Grundlagen gelernt wurden: lose, oder verbunden mit dem Zeichen, das sie erklären.

NEXO ist ein tägliches medizinisches Diagnosespiel: ein klinischer Fall pro Tag, sechs progressive Hinweise und ICD-10-Nähefeedback in fünf Stufen.

Dieser Text behandelt diese Verbindung, die die Forschung in der medizinischen Ausbildung als Integration von Grundlagen und Klinik bezeichnet: warum integrieren, was die Experimente zeigen, Beispiele für Mechanismen, die zu Zeichen werden, und wie man klinische Fälle als Brücke nutzt. Wie man jedes Fach des Grundlagenzyklus lernt, steht in wie man Physiologie, Biochemie und Histologie lernt, und die Rolle des biomedizinischen Wissens beim Denken in klinisches Denken.

Wichtigste Punkte

  • Integrieren heißt nicht, Grundlagen und Klinik im Kalender nebeneinander zu stellen; es heißt, beide durch Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu verbinden.
  • In den Experimenten führte das Erklären des Mechanismus der Zeichen zu stabileren Diagnosen nach einer Woche als das Lernen nur der klinischen Merkmale.
  • Die Grundlageninhalte nah an die Klinik zu stellen, ohne die Verbindung zu erklären, garantierte die Integration nicht.
  • Wer mit dem Mechanismus lernte, lernte verwandte neue Inhalte besser, was die Autoren als Vorbereitung auf zukünftiges Lernen bezeichnen.
  • Häufige Zeichen wie Ikterus, Ödeme, Ketoazidose-Atmung und Gelenkblutung sind leichter zu merken, wenn man weiß, woher sie kommen.
  • Klinische Fälle geben den Grundlagen einen Kontext; der Gewinn entsteht dadurch, bei jedem Befund innezuhalten und zu fragen, woher er kommt.

Übersicht

Warum integrieren

Die Idee, den Grundlagenzyklus und die Klinik zu integrieren, ist alt und wird noch diskutiert. Zu verstehen, was sie bedeutet, hilft, die Integration im eigenen Studium zu nutzen, auch wenn der Lehrplan das nicht für einen tut.

Integration im Lehrplan und im Kopf

Ein AMEE-Leitfaden zum integrierten Lehrplan zeigt, dass der Begriff für sehr unterschiedliche Dinge verwendet wird, vom Zusammenlegen von Inhalten in einer einzigen Unterrichtseinheit bis zur integrierten Organisation des gesamten Studiums (Brauer und Ferguson, 2015). Eine kritische Übersicht über 30 Jahre Literatur kam zu dem Schluss, dass viele Integrationsstrategien auf der Ebene des Programms und des Fachs gut beschrieben, aber wenig evaluiert sind (Kulasegaram et al., 2013).

Dieselbe Übersicht fand in experimentellen Studien und Interventionen in Unterrichtseinheiten ein klareres Signal: Integration findet statt, wenn der Unterricht Grundlagen und Klinik in eine Ursache-Wirkungs-Beziehung bringt (Kulasegaram et al., 2013). Die Autoren schlagen vor, Integration als eine kognitive Aktivität zu verstehen, die im Lernenden selbst stattfindet (Kulasegaram et al., 2013).

Für Studierende ist das die gute Nachricht. Wenn Integration im Kopf des Lernenden stattfindet, hängt man nicht nur vom Lehrplan ab: man kann die Verbindung im eigenen Studium herstellen.

Eine breitere Sicht auf die Grundlagen

Eine Übersicht über die Entwicklung der Integration seit der Erklärung von Edinburgh von 1988 beschreibt einen Wandel der Sichtweise: Integration wird nun sowohl als kognitive Aktivität als auch als Struktur des Lehrplans verstanden (Bandiera et al., 2018). Die Autoren befürworten zudem eine breitere Definition der Grundlagenwissenschaft, die neben den biomedizinischen auch die Sozial- und Verhaltenswissenschaften einschließt (Bandiera et al., 2018).

Und das Vergessen?

Ein Teil der Grundlagen geht mit der Zeit verloren, aber weniger, als oft behauptet wird; die Zahlen stehen im Text über wie man den Grundlagenzyklus lernt. Der Punkt für diesen Text ist ein anderer: Was mit Bezug zur Klinik gelernt wird, hat mehr Grund, ins Gedächtnis zurückzukehren, weil es bei jedem Patienten wieder verwendet wird.

Bogenbrücke aus Stein über einen schnell fließenden Fluss, umgeben von grüner Vegetation.
Die Integration ist die Brücke zwischen dem, was man in den Grundlagen lernt, und dem, was man in der Klinik sieht. Bild: Ximonic (Simo Räsänen), CC BY-SA 3.0 (Lizenz), via Wikimedia Commons (Dateiseite).

Was die Experimente zeigen

Eine Reihe von Experimenten, fast alle von derselben Forschungsgruppe, testete direkt, was passiert, wenn der Mechanismus zusammen mit den Zeichen gelehrt wird. Die Studien sind klein und kurzfristig, aber die Ergebnisse weisen in dieselbe Richtung.

Der Effekt zeigt sich nach einer Woche

In einem Experiment mit Medizinstudierenden lernte eine Gruppe vier neurologische oder rheumatologische Erkrankungen mit Erklärungen aus den Grundlagenwissenschaften für die Symptome, und die andere mit epidemiologischen Informationen (Woods et al., 2006). Im unmittelbaren Test lagen beide Gruppen bei 70 Prozent der Fälle richtig (Woods et al., 2006). Eine Woche später fiel die Epidemiologie-Gruppe auf 51 Prozent, und die Grundlagenwissenschafts-Gruppe nur auf 62 Prozent (Woods et al., 2006).

Eine frühere Studie derselben Gruppe mit ähnlichem Ergebnis und die Übersichtsarbeit über die Rolle des biomedizinischen Wissens sind in den Texten über den Grundlagenabschnitt und über klinisches Denken zusammengefasst.

Nähe allein genügt nicht

Ein Experiment verglich vier Arten, den Inhalt zu präsentieren: kausale Erklärungen, die die Grundlagen mit den klinischen Merkmalen verbinden, Grundlagen vor dem Klinischen, Klinisches vor den Grundlagen und nur die Liste der klinischen Merkmale (Kulasegaram et al., 2015). Mit 94 Teilnehmenden schnitten die Gruppen im unmittelbaren Test ähnlich ab, aber die Gruppe der kausalen Erklärungen hatte eine Woche später den geringsten Rückgang, und die Gruppen Klinisches vor den Grundlagen und Liste hatten die größten (Kulasegaram et al., 2015).

Die Autoren schließen, dass es die Integration nicht garantieren muss, die Grundlagen nahe am Klinischen zu platzieren, und dass es wahrscheinlich der Nutzen bringt, die Verbindungen ausdrücklich und konkret zu machen (Kulasegaram et al., 2015). Praktisch gesagt: die Physiologie-Vorlesung in derselben Woche wie die Klinik-Vorlesung zu haben ist nicht dasselbe wie zu verstehen, warum das eine das andere erklärt.

Es gilt auch für Bilder

In einem Experiment mit 51 Zahnmedizinstudierenden hatten diejenigen, die vier ähnliche Knochenveränderungen mit den in die radiologischen Merkmale integrierten Erklärungen aus den Grundlagenwissenschaften lernten, eine höhere diagnostische Genauigkeit als diejenigen, die beides getrennt lernten (Baghdady et al., 2013). Der Vorteil zeigte sich sowohl im unmittelbaren Test als auch eine Woche später (Baghdady et al., 2013). Ein Bildmuster zu erkennen fällt ebenfalls leichter, wenn man weiß, warum es diese Form hat.

Vorbereiten, um das zu lernen, was danach kommt

Ein Experiment mit 51 Studierenden vor dem Praktischen Jahr testete eine andere Frage: lernt man mit dem Mechanismus den neuen Inhalt, der danach kommt, besser? (Mylopoulos und Woods, 2014) Im Ausgangstest waren die Gruppen ähnlich, mit 0,65 in der Grundlagenwissenschafts-Gruppe und 0,62 in der klinischen Lehrgruppe (Mylopoulos und Woods, 2014).

Danach lernten alle vier neue Erkrankungen in klinischer Form, und die Gruppe, die mit den Grundlagenwissenschaften gelernt hatte, war bei den Fällen dieser neuen Erkrankungen besser: 0,72 gegen 0,63, mit einer Effektstärke d von 0,62 (Mylopoulos und Woods, 2014). Die Autoren nennen das Vorbereitung auf zukünftiges Lernen, ein Teil der sogenannten adaptiven Expertise (Mylopoulos und Woods, 2014).

Über die biomedizinischen Wissenschaften hinaus

In einer Studie mit 33 Studierenden im ersten Jahr verbesserte der Unterricht mit erweiterten Grundlagenwissenschaften, einschließlich der Verhaltens- und Sozialwissenschaften, ebenfalls die Leistung in einem Test zum zukünftigen Lernen über Patientinnen und Patienten mit gleichzeitig körperlichen und psychischen Erkrankungen (Chaudhary et al., 2019). Die Ausgangsdiagnose war zwischen den Gruppen ähnlich (Chaudhary et al., 2019).

Was diese Studien nicht sagen

Es sind kurze Experimente, mit wenigen Erkrankungen und einer Nachbeobachtung von einer Woche. Sie zeigen einen beständigen Lernmechanismus, messen aber weder die Wirkung eines ganzen Curriculums noch die Leistung Jahre später. Die Autoren selbst erinnern daran, dass Ursache-Wirkungs-Erklärungen nicht in allen Bereichen möglich sein können (Kulasegaram et al., 2015). Man sollte sie als Leitfaden dafür lesen, wie man lernt, und nicht als Versprechen einer Note. Forschende der medizinischen Ausbildung, die die Integration mit Fällen in Hinweisen untersuchen möchten, können den NEXO Researcher kennenlernen.

Mechanismus, der zum Signal wird

Die folgenden Beispiele zeigen an vier häufigen Signalen, wie der Mechanismus erklärt, was man am Patienten sieht.

Strukturformel des Häm b mit vier Pyrrolringen um ein zentrales Eisenatom.
Das Häm der Hämoglobins ist der Ursprung des Bilirubins: ein Beispiel für Biochemie, die zum Signal wird. Bildnachweis: Yikrazuul, gemeinfrei, via Wikimedia Commons (Dateiseite).

Ikterus: vom Hämoglobin zur gelben Haut

Bilirubin ist ein Metabolit des Hems, und etwa 80 % davon stammen aus dem Abbau von Hämoglobin gealterter Erythrozyten (StatPearls, Physiology, Bilirubin). Bei Cholestase nimmt der Gallenfluss ab oder kommt zum Erliegen, und die Bestandteile der Galle, wie Bilirubin, sammeln sich im Blut an (StatPearls, Cholestatic Jaundice). Die Retention von Bilirubin in den Hepatozyten, in den Canaliculi oder in den Gallengängen zeigt sich klinisch als Ikterus (StatPearls, Cholestatic Jaundice).

Die Kette reicht vom Grundlagenwissen bis ins Ganze: Biochemie des Hems, Physiologie der Galle, Histologie der Leber. Das Zeichen an Haut und Skleren, beim Neugeborenen beschrieben als gelbliche Haut, Skleren und Schleimhäute durch abgelagertes Bilirubin (StatPearls, Neonatal Jaundice), ist nur die Spitze.

Ödem: Drücke, die aus dem Gleichgewicht geraten

Das Flüssigkeitsgleichgewicht zwischen Gefäßen und Interstitium folgt dem Starling-Gesetz: Der hydrostatische Druck drückt Flüssigkeit aus den Kapillaren heraus, und der onkotische Druck, der vor allem durch Albumin aufrechterhalten wird, zieht sie zurück (StatPearls, Peripheral Edema). Wenn die kapilläre Filtration zunimmt oder die Lymphdrainage versagt, sammelt sich Flüssigkeit an, und es entsteht ein Ödem (StatPearls, Peripheral Edema).

Dasselbe Kapitel erinnert daran, dass ein generalisiertes Ödem meist erst sichtbar wird, wenn das interstitielle Volumen um 2,5 bis 3 Liter zunimmt (StatPearls, Peripheral Edema). Den Mechanismus zu kennen hilft, bei einem ödematösen Patienten die richtige Frage zu stellen: Ist es der hydrostatische Druck, der onkotische Druck, die Permeabilität oder die Lymphe?

Diabetische Ketoazidose: das Hormon, das fehlt

Bei der diabetischen Ketoazidose fällt das zirkulierende Insulin relativ oder absolut ab, während die kontraregulatorischen Hormone ansteigen (StatPearls, Pediatric Diabetic Ketoacidosis). Dieses Ungleichgewicht verstärkt normale Stoffwechselprozesse und führt zu Hyperglykämie, Hyperosmolalität, Ketose und Azidose (StatPearls, Pediatric Diabetic Ketoacidosis).

Es ist die Biochemie des Fastens bis zum Extrem getrieben. Wer im Grundstudium die hormonelle Regulation des Stoffwechsels gelernt hat, erkennt jeden Laborbefund als Folge eines aktivierten oder abgeschalteten Stoffwechselwegs.

Hämophilie A: die Kaskade, die versagt

Bei der Hämophilie A beeinträchtigt der Mangel oder die Funktionsstörung von Faktor VIII den intrinsischen Weg der Gerinnung, mit unzureichender Thrombinbildung und instabilem Gerinnsel (StatPearls, Hemophilia A). Bei schweren Verläufen sind spontane Gelenkblutungen und tiefe Muskelhämatome häufig (StatPearls, Hemophilia A). Der X-chromosomale Erbgang erklärt, warum die Erkrankung vor allem Männer betrifft (StatPearls, Hemophilia A).

Es ist derselbe Inhalt der Gerinnungskaskade, der im Grundstudium entfernt erscheint. Vom Zeichen aus betrachtet ist sie keine Liste von Faktoren mehr, sondern wird zur Erklärung einer Blutung.

Eine vollständige Kette, Schritt für Schritt

Um die Integration in Aktion zu sehen, lohnt es sich, die Kette eines Zeichens von Anfang bis Ende aufzubauen. Beim Ikterus durch Cholestase zum Beispiel:

  1. Ursprung: Der größte Teil des Bilirubins stammt aus dem Hämoglobin gealterter Erythrozyten (StatPearls, Physiology, Bilirubin).
  2. Verarbeitung: Das Bilirubin folgt der Galle, die aus den Hepatozyten über die Canaliculi und Gallengänge bis zum Duodenum fließt (StatPearls, Cholestatic Jaundice).
  3. Störung: Bei Cholestase nimmt der Gallenfluss ab oder kommt zum Erliegen, durch eine Störung der Hepatozyten oder durch eine Obstruktion an irgendeiner Stelle des Weges (StatPearls, Cholestatic Jaundice).
  4. Anstauung: Die Bestandteile der Galle, wie Bilirubin und Gallensäuren, bleiben im Blut zurück (StatPearls, Cholestatic Jaundice).
  5. Zeichen: Haut und Skleren werden gelblich.
  6. Untersuchung: In der Blutbiochemie zeigt sich die Cholestase vor allem durch die Erhöhung der alkalischen Phosphatase (StatPearls, Cholestatic Jaundice).

Jeder Schritt zieht ein anderes Grundlagenfach heran, und der letzte weist bereits auf die Untersuchung hin, die man anfordern würde. Wenn die Kette an irgendeiner Stelle stockt, liegt genau dort die Lücke.

Die vier Beispiele nebeneinander

Zeichen Grundlagenfächer Zentraler Mechanismus
Ikterus Biochemie, Physiologie, Histologie Im Blut zurückgehaltenes Bilirubin aus dem Hem (StatPearls, Cholestatic Jaundice)
Ödem Physiologie Ungleichgewicht zwischen hydrostatischem und onkotischem Druck (StatPearls, Peripheral Edema)
Befunde der Ketoazidose Biochemie, Physiologie Niedriges Insulin und hohe kontraregulatorische Hormone (StatPearls, Pediatric Diabetic Ketoacidosis)
Gelenkblutung Biochemie, Physiologie Mangel an Faktor VIII im intrinsischen Weg (StatPearls, Hemophilia A)

Die Spalte "Grundlagenfächer" ist eine redaktionelle Orientierung; der zentrale Mechanismus fasst die zitierten Quellen zusammen.

Wie du deine eigenen Beispiele erstellst

Die vier Beispiele oben sind nur ein Anfang. Um deine eigenen zu erstellen, als redaktionelle Orientierung:

  • Geh von einem häufigen Zeichen aus, in den Seminaren der Semiologie oder in der Ambulanz, und nicht von einer seltenen Krankheit.
  • Such die Quelle: ein Kapitel eines Lehrbuchs oder von StatPearls, das die Pathophysiologie erklärt, und nicht eine Zusammenfassung ohne Referenz.
  • Schreib die Kette mit eigenen Worten, in wenigen Schritten, von den Grundlagen zum Zeichen und zur Untersuchung.
  • Prüf mit dem Dozenten oder dem Praxisanleiter, ob die Kette Sinn ergibt; ein falsch verstandener Mechanismus prägt sich ebenfalls ein.
  • Überprüf die Kette, wenn dasselbe Zeichen bei einer anderen Krankheit auftritt; dort zeigen sich die Unterschiede.

Wie du beim Lernen die Verknüpfung herstellst

Die Experimente legen nahe, dass die Verknüpfung ausdrücklich und kausal sein muss (Kulasegaram et al., 2015). Die folgenden Schritte sind redaktionelle Orientierung, um daraus eine Gewohnheit zu machen.

Vom Zeichen rückwärts

Der übliche Weg beim Lernen führt vom Mechanismus zum Zeichen. Auch umgekehrt lässt sich üben: beginne mit einem häufigen Zeichen wie Fieber, Dyspnoe, Blässe oder Ödem und frag, welche Mechanismen es hervorrufen können. Für jeden Mechanismus such in den Grundlagen das Teil, das ihn erklärt. Diese Übung zeigt, wie viel vom Grundlagenzyklus in der Klinik zurückkommt, und woher.

Fragen, die die Ursache erzwingen

Einige Fragen zwingen dazu, die kausale Verknüpfung herzustellen:

  1. Warum tritt dieses Zeichen auf? Welche Struktur oder welcher Prozess ist ausgefallen?
  2. Warum bei dieser Krankheit und nicht bei der verwandten? Was ändert sich im Mechanismus?
  3. Was würde dieser Mechanismus noch hervorrufen? Welche anderen Zeichen sollte ich suchen?
  4. Was würde die Untersuchung zeigen? Welcher Labor- oder Bildgebungsbefund spiegelt den Mechanismus?
  5. Was bewirkt die Behandlung? An welchem Punkt der Kette greift sie an?

Redaktionelle Orientierung.

Ähnliche Krankheiten vergleichen

Die Verknüpfung bringt mehr, wenn sie hilft, Krankheiten zu trennen, die äußerlich ähnlich sind; das Experiment zur Selbsterklärung der Pathophysiologie, zusammengefasst im Text über den Grundlagenzyklus, legt genau das nahe. Wähle Paare von Krankheiten mit ähnlichen Zeichen und schreib nebeneinander, wo der Mechanismus auseinandergeht. Der Unterschied im Mechanismus weist meist auf den Befund hin, der die beiden trennt.

Auch die Verhaltenswissenschaften nutzen

Die Integration muss nicht bei den biomedizinischen Wissenschaften enden (Bandiera et al., 2018). Warum nimmt ein Patient das Insulin nicht wie angewiesen? Warum hat er lange gezögert, Hilfe zu suchen? Auch diese Fragen haben Mechanismen, und sie helfen zu verstehen, wie die Krankheit wirklich in der Praxis auftritt.

Messingzahnräder eines alten Uhrwerks aus der Nähe, mit ineinandergreifenden Zähnen.
Zu verstehen, wie die Teile zusammenpassen, erlaubt vorherzusagen, was geschieht, wenn eines davon ausfällt. Bild: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0 (Lizenz), via Wikimedia Commons (Dateiseite).

Die Integration mit der Lerngruppe üben

Die Integration bringt in der Gruppe mehr, weil jede Person an einem anderen Punkt der Kette hängen bleibt. Ein einfaches Format, als redaktionelle Orientierung: eine Person wählt ein Zeichen, und jede Kollegin fügt einen Schritt des Mechanismus hinzu, von den Grundlagen bis zur Untersuchung. Wenn niemand einen Schritt vervollständigen kann, entdeckt die Gruppe gemeinsam, was sie wiederholen muss. Umgekehrt gilt dasselbe: jemand wählt ein Grundlagenthema, und die Gruppe listet die Zeichen auf, die es erklärt.

Wenn der Mechanismus nicht ausreicht

Nicht jedes Zeichen hat einen einfachen Mechanismus, und nicht jedes Gebiet eignet sich für Ursache-Wirkung-Erklärungen, wie die Autoren der Experimente selbst einräumen (Kulasegaram et al., 2015). In diesen Fällen kann die Integration aus einer anderen Art von Verknüpfung kommen: einem Vergleich zwischen Krankheiten, einem Häufigkeitswert, einem sozialen Kontext. Wichtig ist, dass die Verknüpfung ausdrücklich ist, und nicht nur die Nähe im Kalender.

Von der Untersuchung zum Mechanismus

Laboruntersuchungen sind eine direkte Brücke zwischen Grundlagen und Klinik, weil jede ein Produkt eines Stoffwechselwegs oder einer Funktion misst. Wenn du bei einem Fall eine veränderte Untersuchung siehst, frag, welchen Prozess sie widerspiegelt und was ausfallen müsste, um sie zu verändern. Bei der Cholestase zum Beispiel ist die Erhöhung der alkalischen Phosphatase der beschriebene biochemische Marker (StatPearls, Cholestatic Jaundice).

Häufige Fehler bei der Integration

  • Nähe mit Integration verwechseln: Grundlagen und Klinik in derselben Woche zu lernen reicht nicht, wenn die Verknüpfung nicht erklärt wird (Kulasegaram et al., 2015).
  • Die Liste der Zeichen auswendig lernen: ohne den Mechanismus geht die Liste mit der Zeit meist schneller verloren, wie im Experiment über eine Woche (Woods et al., 2006).
  • Zu tief ins Detail gehen: Nicht jeder Schritt eines Weges erklärt ein Zeichen; konzentriere dich auf die, die erklären.
  • Das Grundlagenwissen im klinischen Zyklus zurücklassen: Wenn ein Zeichen keinen Sinn ergibt, löst die Rückkehr zum Mechanismus das Problem meist.

Klinische Fälle als Brücke

Klinische Fälle sind der direkteste Weg, das Grundlagenwissen in einen Kontext zu setzen. Beim fallbasierten Lernen werden die grundlegenden, sozialen und klinischen Wissenschaften in Bezug auf den Fall studiert und in die klinischen Erscheinungsbilder integriert (Thistlethwaite et al., 2012).

Was die Evidenz über die Fälle sagt

Was die wichtigste systematische Übersichtsarbeit über die Wirkung von Fällen auf das Lernen herausgefunden hat, steht im Text über fallbasiertes klinisches Lernen, und wir wiederholen es hier nicht. Für die Integration legen die Experimente aus dem vorigen Abschnitt nahe, was mit dem Fall zu tun ist: jeden Befund als Auslöser für die kausale Frage nutzen (Kulasegaram et al., 2015). Der Fall allein gibt Kontext; der Fall mit der Erklärung des Mechanismus gibt Integration.

Der Fall als Frage, nicht als Antwort

Ein klinischer Fall kann auf zwei Arten gelesen werden. Bei der ersten suchst du die Diagnose und gehst zum nächsten über. Bei der zweiten hältst du bei jedem Befund an und fragst, woher er kommt. Die zweite Art ist langsamer, aber sie bringt das Grundlagenwissen zurück. Eine gute Regel, wie in der redaktionellen Orientierung: Wähle in jedem Fall mindestens einen Befund und erkläre seinen Mechanismus schriftlich.

Kurze Fälle im Grundlagenzyklus

Kurze Fälle passen in den Grundlagenzyklus, ohne fortgeschrittenes klinisches Wissen zu verlangen. Es genügt, dass die Befunde durch das erklärbar sind, was du gerade lernst: ein Fall mit Ikterus während des Studiums des Häm, ein Fall mit Ödem während des Studiums der Kapillardrücke. Redaktionelle Orientierung.

Klinische Fälle als Brücke bei NEXO

Die Ressourcen von NEXO, um das Grundlagenwissen zum Fall zu bringen, sind im Text über den Grundlagenzyklus beschrieben. Hier liegt der Fokus darauf, das Spiel als Integrationsübung zu nutzen. Jeder Fall kommt in bis zu sechs Hinweisen: Sage vor jeder Hypothese, welcher Mechanismus den neuen Hinweis erklärt und was er beim nächsten erwarten ließe. Bestätigt der nächste Hinweis die Vorhersage, war der Mechanismus richtig; überrascht er, lohnt es sich, zum Grundlagenwissen zurückzukehren.

Die Nähe in der ICD-10 in fünf Stufen hilft, das eigene Denken zu lesen: Eine Hypothese in der richtigen Gruppe, aber bei der falschen Krankheit, deutet meist darauf hin, dass der allgemeine Mechanismus richtig war und das Detail fehlte, das die benachbarten Krankheiten trennt. Im Modus Täglich ist der Fall des Tages für alle gleich, und das Gespräch mit der Gruppe kann über den Mechanismus jedes Hinweises gehen, nicht nur über die Diagnose. Wenn du die Anki-Karte über den NEXO-Button erstellst, bewahre auf der Rückseite den Mechanismus auf, der den entscheidenden Hinweis erklärt hat. Um die Grenzen jedes Modus zu verstehen, sieh dir die Seite zur Wirtschaft von NEXO an. Wenn du eine Fakultät oder Liga koordinierst und solche Fälle in der Lehre nutzen willst, lerne NEXO Closer kennen; Ärzte, die Fälle wiederholen möchten, können NEXO Curator kennenlernen, und wer Inhalte zur Medizin produziert, NEXO Creators.

Die Integration in jeder Phase des Studiums

Die Integration ändert ihre Form, während du vorankommst. Der Leitfaden unten ist redaktionelle Orientierung.

Phase Fokus der Integration Übung
Grundlagenzyklus Vom Mechanismus zum Zeichen Für jedes Thema ein Zeichen, das es erklärt
Klinischer Zyklus Vom Zeichen zum Mechanismus Für jedes neue Zeichen die möglichen Mechanismen
Praktisches Jahr Vom Mechanismus zur Behandlung An welcher Stelle der Kette die Behandlung ansetzt

Redaktionelle Orientierung.

Im Grundlagenzyklus

Das Ziel ist, dass kein Thema ohne ein zugehöriges Zeichen bleibt. Wenn du eine Vorlesung beendest, notiere ein Zeichen oder einen Befund, den der Inhalt erklärt. Wenn du es nicht weißt, frage den Dozenten: Meist ist es die Frage, die am meisten hilft.

Im klinischen Zyklus

Jetzt kehrt sich der Weg um, und die Menge neuer Krankheiten wächst mit jeder Rotation. Angesichts jedes neuen Zeichens in den Vorlesungen und in der Ambulanz kehre zum Mechanismus zurück. Die Experimente zur Vorbereitung auf zukünftiges Lernen legen nahe, dass dieser Fundus an Mechanismen hilft, die neuen Krankheiten zu lernen, die jede Woche aufkommen (Mylopoulos und Woods, 2014).

Im praktischen Jahr

Im praktischen Jahr erreicht die Integration die Behandlung. Warum hilft dieses Diuretikum bei diesem Ödem? Warum korrigiert das Insulin die Azidose? Zu wissen, an welcher Stelle der Kette die Behandlung ansetzt, macht die Verordnung weniger zu einer Liste und mehr zu einem Denken. Redaktionelle Orientierung; Behandlungsentscheidungen liegen immer beim verantwortlichen Arzt.

Bei der Wiederholung für die Prüfungen

Die Integration hilft auch beim Wiederholen. Prüfungsfragen bringen oft ein klinisches Bild und fragen nach dem Mechanismus, oder umgekehrt. Wer entlang der Ketten wiederholt, vom Mechanismus zum Zeichen und vom Zeichen zum Mechanismus, trainiert beide Richtungen auf einmal. Ein Heft mit Ketten, über das Studium hinweg aufgebaut, wird zu fertigem Wiederholungsmaterial. Redaktioneller Hinweis.

Häufige Fragen

Was ist die Integration von Grundlagen und Klinik?

Es bedeutet, das Wissen der Grundlagenwissenschaften wie Physiologie und Biochemie mit den Zeichen, Symptomen und Untersuchungen der Klinik zu verbinden. Eine kritische Übersichtsarbeit kam zu dem Schluss, dass die Integration funktioniert, wenn sie beide über Ursachebeziehungen verbindet (Kulasegaram et al., 2013).

Warum ist der Grundlagenabschnitt in der Klinik wichtig?

Weil der Mechanismus hilft, die Beziehung zwischen Zeichen und Krankheiten zu erinnern und zu rekonstruieren. In einem Experiment behielten diejenigen, die mit dem Mechanismus lernten, eine Woche später mehr richtige Antworten, mit 62% gegen 51% (Woods et al., 2006).

Integriert es schon, Grundlagen und Klinik zur gleichen Zeit zu lernen?

Integrieren verlangt mehr als zeitliche Nähe. In einem Experiment garantierte es die Integration nicht, die beiden Inhalte nah beieinander zu platzieren; die kausalen Erklärungen hatten den geringsten Verlust nach einer Woche (Kulasegaram et al., 2015).

Hilft die Integration, neue Krankheiten zu lernen?

Die Experimente legen das nahe. Wer mit dem Mechanismus lernte, war besser darin, vier neue Krankheiten zu lernen, mit 0,72 gegen 0,63 in den Fällen dieser Krankheiten (Mylopoulos und Woods, 2014). Die Autoren nennen das Vorbereitung auf zukünftiges Lernen.

Gilt die Integration nur für die biomedizinischen Wissenschaften?

Sie gilt auch für andere Bereiche. Eine Übersichtsarbeit spricht dafür, die Sozial- und Verhaltenswissenschaften in die Definition der Grundlagenwissenschaft aufzunehmen (Bandiera et al., 2018). In einer Studie mit 33 Studierenden verbesserte der Unterricht mit diesen erweiterten Wissenschaften das zukünftige Lernen über Patienten mit körperlichen und psychischen Erkrankungen (Chaudhary et al., 2019).

Wie verbindet man Mechanismus und Symptom beim Lernen?

Notiere für jedes Thema ein Zeichen, das es erklärt; notiere für jedes Zeichen die möglichen Mechanismen. Nutze kurze klinische Fälle, halte bei jedem Befund inne, um zu fragen, woher er kommt, und baue die Kette bis zur Untersuchung auf, die du anfordern würdest.

Helfen klinische Fälle, die Grundlagen zu integrieren?

Sie helfen, die Grundlagen in einen Kontext zu setzen: beim fallbasierten Lernen werden die grundlegenden, sozialen und klinischen Wissenschaften in Bezug auf den Fall studiert (Thistlethwaite et al., 2012). Die Experimente zur Integration legen nahe, dass der Gewinn daraus kommt, jeden Befund des Falls zu nutzen, um den Mechanismus zu erklären (Kulasegaram et al., 2015).

Wie hilft NEXO bei der Integration?

Jeder Fall kommt in bis zu sechs Hinweisen, und jeder Hinweis ist ein Befund, der vor der Hypothese erklärt werden muss. Die Nähe in der ICD-10 zeigt, ob der Mechanismus zur richtigen Gruppe von Krankheiten geführt hat, und der Fall im Modus Täglich, für alle derselbe, erlaubt es, mit der Gruppe den Mechanismus jedes Hinweises zu besprechen.

Checkliste der Integration

  1. Hat jedes Thema der Grundlagen mindestens ein zugehöriges Zeichen?
  2. Sind bei jedem neuen Zeichen die möglichen Mechanismen notiert?
  3. Ist die Verbindung kausal, und nicht nur kalendarisch?
  4. Vergleichst du ähnliche Krankheiten über den Mechanismus?
  5. Liest du Fälle, indem du bei den Befunden innehältst, und nicht nur bei der Diagnose?
  6. Erklärt der Mechanismus auch die Untersuchung, die du anfordern würdest?
  7. Im Praktischen Jahr weißt du, an welchem Punkt der Kette die Behandlung wirkt?
  8. Kommen die Verhaltenswissenschaften dazu, wenn sie helfen, den Patienten zu verstehen?
  9. Besprichst du Mechanismen mit der Gruppe, und nicht nur Antworten?
  10. Kehrst du zu den Grundlagen zurück, wenn ein Zeichen keinen Sinn ergibt?

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Referenzen

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  3. Bandiera G, Kuper A, Mylopoulos M, et al. Back from basics: integration of science and practice in medical education. Med Educ. 2018. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28994457/
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